Verdiente Bürger im Rampenlicht

Oberursel. „Für alle Fußballfans habe ich die erfreuliche Nachricht, dass wir in der Zeit geblieben sind. Wir laden Sie anschließend noch zu einem Imbiss ein. Ich wünsche ihnen noch einen schönen Abend, ob bei uns im Foyer oder zu Hause“. Mit diesem Abschlusswort hatte Stadtverordnetenvorsteher Dieter Rosentreter beim Bürgerempfang am Mittwochabend in der Stadthalle die Lacher auf seiner Seite.

Humor bewies auch Bürgermeister Gerd Krämer. Nach dem „Hexentanz“ des Kindergartens Regenbogenland verteilte der Bürgermeister nach eigenen Aussagen „Kraftnahrung für die kleinen Hexen, damit der Flug zum Blocksberg gelingt“. „Ich kann doch gar nicht fliegen“, empörte sich eine der jungen Damen. „Ach, ich glaube, danach schon“, schmunzelte Krämer.

Ansonsten stand der Abend ganz im Zeichen des Ehrenamtes. Besonders der ehrenamtlichen Tätigkeit der Elternbeiräte und Fördervereine in Kindergärten, Schulen und Einrichtungen für Kinder. Eingeladen waren rund 400 Mitglieder sämtlicher Schulelternbeiräte und Vorstände der Fördervereine der Schulen und Kindertagesstätten.

Traditionsgemäß überreichte die Stadt wieder allen Jungbürgern, die in diesem Jahr ihren 18. Geburtstag gefeiert haben, den „Bürgerbrief“ und das Grundgesetz. Bürgermeister Gerd Krämer verwies besonders auf eine Passage im Bürgerbrief mit einem Zitat John F. Kennedys: „Fragt nicht, was euer Land für euch tun wird - fragt, was ihr für euer Land tun könnt“. Sich einmischen und zukünftig mitzumischen, sei nicht nur ein Recht des volljährigen und mündigen Bürgers, sondern auch eine Pflicht, legte der Bürgermeister den Jungbürgern ans Herz.

Erstmals in diesem Jahr wurde von der Stadt eine neue Auszeichnung verliehen. Die Bürgermedaille gab es für außergewöhnliche Leistungen auf ehrenamtlicher Basis im gesellschaftlichen Leben. Karl-Heinz Arbogast, ehemaliger Redakteur der Taunus-Zeitung, sei viele Jahre der Ausweis für gute Recherchen, profunde Orts- und Personenkenntnisse gewesen, so Krämer. „Über Geschichte und Geschichten rund um Oberursel wusste er zu berichten und richtete seinen Scheinwerfer auch mal auf andere Dinge als nur das übliche Tagesgeschehen“, wusste der Bürgermeister weiter zu berichten. Aber die berufliche Laufbahn sei nicht der eigentliche Grund der Würdigung: Karl-Heinz Arbogast war von 1981 bis 1997 in der Stadtentwicklungs- und Altstadtkommission tätig. Gerd Krämer erinnert sich in diesem Zusammenhang an eine sehr intensive, konfliktreiche und kontroverse Arbeit, bei der man sich nicht mit Halbwissen hätte durchmogeln können. Karl-Heinz Arbogast habe in großem Maß zur Identität der Stadt Oberursel seinen Beitrag geleistet.

Als Gruppe erhielten Familie Elbert und Lothar Weise für einen ganz anderen Beitrag die begehrte Medaille. Die Familie Elbert rief im Frühjahr eine vorbildlich Aktion ins Leben: „Überlebenshilfe für Kinder im Kosovo“. Kurzerhand wurde die eigene Garage des Wohnhauses in Bommersheim in eine zentrale Spendensammelstelle für den Hochtaunuskreis umgewandelt. Die Aktion stieß auf eine nicht erwartete Welle der Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung, so dass im April und im Juni Hilfskonvois in die Flüchtlingslager in Tirana starten konnten. Damit die Hilfsgüter nicht in dunklen Kanälen verschwanden, begleiteten Hans-Otto Elbert und Lothar Weise die Transporte als LKW-Fahrer persönlich.

Die Jazz AG des Gymnasiums Oberursel lieferte den musikalischen Rahmen des Ehrungsabends.

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