Jetzt spenden!

Taunus Sparkasse

IBAN
DE42512500000001112554

Spendenkonto BIC
HELADEF1TSK

Ein neues Auto für den rastlosen Pater

Von Michael Neumann

Oberursel/Timisoara. Am frühen Morgen ist Pater Berno Ruppert mit seinem Mercedes-Bus unterwegs. Eine Mühle, etwa 20 Kilometer von der rumänischen Großstadt Timisoara entfernt, hat der Caritas mehrere Zentner Mehl gespendet. Die holt der Pater jetzt ab. Es ist eine der letzten Fahrten, die der Pater vom Orden der Salvatorianer mit dem etwas altersschwachen Gefährt unternimmt. Der Mercedes hat nun 360 000 Kilometer unter die Achsen gebracht, seit ihn der Pater Ende des Jahres 2000 geschenkt bekam. Ersatzteile sind kaum aufzutreiben in Timisoara, und die Reparaturen häufen sich und gehen ins Geld.

Nun aber ist Ersatz da: Ein nahezu neuer Mercedes Sprinter, gestiftet vom Oberurseler Verein «Direkte Hilfe für Kinder in Not». Viele Stunden hatte Vereinsvorsitzender Hans-Otto Elbert im Internet gesucht, um das geeignete Fahrzeug zu finden, dann schließlich für 30 000 Euro aus Spendengeldern das 159 PS starke Fahrzeug gekauft. Eine Anhängerkupplung wurde noch installiert, und durch Verstärkungen der Achsen wurde der Sprinter für die oft schlechten Straßen in Rumänien fit gemacht.

Dann waren noch ungezählte Behördengänge notwendig. Ein kleiner Stapel abgestempelte Papiere sollte einen umkomplizierten Transfer des Fahrzeuges garantieren. Der wäre auch möglich gewesen, wenn an der ungarisch-rumänischen Grenze nicht für drei Stunden der Computer ausgefallen wäre. Doch nach zwei Tagen anstrengender, 1300 Kilometer weiter Fahrt bei Schnee und Nebel auf teilweise spiegelglatter Autobahnen ist das Ziel erreicht. Hans-Otto Elbert hatte den Sprinter gesteuert, TZ-Redakteur Michael Neumann, der Elbert schon bei mehreren Hilfstransporten begleitet hatte, den gemieteten VW Transporter, mit dem die Rückreise angetreten wurde.

Nun steht der Mercedes im Hof der Herz-Jesu-Kirche in der Elisabethstadt in Timisoara. Der Pater hat ein geistliches Gewand übergestreift, spricht ein Gebet, lässt Hans-Otto Elbert ein Kapitel aus der Bibel lesen und segnet das Auto. «Jetzt steht es unter Gottes Schutz», sagt der 70 Jahre alte Geistliche, nimmt den Autoschlüssel und setzt sich ans Steuer, um sich im Cockpit die Funktionen seines neuen fahrbaren Untersatzes erklären zu lassen. Auch das dauert, wie die Segnung, gerade mal fünf Minuten. Der rastlose Pater hat einen engen Terminplan, «perpetuum mobile» nennen ihn liebevoll all diejenigen, die mit ihm zu tun haben. Und das sind viele.

Seit der Pater 1993, vier Jahre nach der Revolution in Rumänien, die Herz-Jesu-Kirche und das angeschlossene Kloster übernahm, arbeitete er gemeinsam mit der Caritas am Aufbau eines soziales Netzes. Dazu gehören inzwischen unter anderem ein Nachtasyl für 100 Obdachlose, ein Frauenhaus, mehrere Kinderheime, die Kleiderausgabe und der Mittagstisch. Zum wichtigsten Projekt ist inzwischen aber die Jugendfarm im 30 Kilometer entfernten kleinen Dorf Bacowa geworden. «Mit den Produkten, die wir auf der Farm erzeugen, wollen wir einen großen Schritt auf dem Weg zur Selbstversorgung der vielen Einrichtungen der Caritas gehen», sagt Pater Berno. In den vergangenen vier Jahren hat sich viel getan auf der ehemaligen, völlig heruntergekommenen Kolchose. Zunächst wurde eine moderne Mühle gekauft. Hier wird seit vier Jahren das Mehl für Brot und Nudeln gemahlen, die in der Caritas gehörenden Betrieben produziert und an die eigenen Einrichtungen wie Kinder- und Ferienheime oder Pflegestationen geliefert werden. In neu eingerichteten Werkstätten können inzwischen die landwirtschaftlichen Geräte repariert werden, eine Schlosserei und eine Schreinerei wurden eingerichtet, in einem Stall grunzen etwa 100 Schweine, im Stall gegenüber liefert ein Dutzend Kühe Milch.

«30 Mitarbeiter sind inzwischen auf der Farm in Lohn und Brot, neun von ihnen aus dem Nachtasyl», berichtet der Pater. Einige der Mitarbeiter wohnen bereits in dem vor einem Jahr errichteten Haus auf dem Farmgelände, das inzwischen eingezäunt wurde.

Später einmal soll der Farm noch ein Jugenddorf mit 80 Plätzen angegliedert werden, die auf dann dem Hof beschäftigt werden sollen. Es gibt also noch viel zu tun, «und viel zu fahren», sagt Pater Berno Augen zwinkert und dankt noch mal herzlich für den neuen Wagen.

Einen halben Tag verbringen Elbert und Neumann, die von ihren Ehefrauen begleitet werden, auch im Kinderheim im Dörfchen Carani, das seit Jahren vom Oberurseler Verein unterstützt wird. Herzlich wie immer ist die Aufnahme, reich gedeckt der Tisch und groß die Freude über die viele Osterüberraschungen, die die Gäste aus Oberursel im Gepäck haben. Und kleine Abschiedsgeschenke gibt’s am letzten Abend, den Gastgeber und Gäste wie gewohnt gemeinsam verbringen.

Geprüft und Empfohlen

 

DZI Spendensiegel

 

Das DZI dokumentiert in seinem Wohlfahrtsarchiv Spendenorganisationen und vergibt das Spenden-Siegel an Spendenorganisationen und bietet eine Spender-Beratung für Spenden.


 

Spendenportal.de

 

Spendenportal de